Gerd-Jan Hooijmans wählt selbstbewusst das Familienunternehmen
Wenn man etwa fünfmal pro Woche Pilze auf der Speisekarte hat, ist es fast unvermeidlich, dass man eine Leidenschaft für sie entwickelt. Zumindest gilt das für Gerd-Jan Hooijmans. Wie er selbst sagt: „Der Pilz ist wirklich ein unterbewertetes Produkt. Er ist supergesund, eigentlich sollte ihn jeder essen.“ Es war daher keine schwierige Entscheidung für ihn, sich auf dieses reine Naturprodukt zu konzentrieren. Nicht als Züchter, sondern als Produzent des Substrats, das die Grundlage für die Pilzzucht bildet, im Rahmen des Familienunternehmens.
Vom Ferienarbeiter zum Allround-Mitarbeiter
Seit seinem 14. Lebensjahr ist Gerd-Jan im Familienunternehmen unterwegs. Zunächst vor allem in den Ferien: „Samstags habe ich immer Fußball gespielt, und sonntags spielte Ajax. Dann konnte ich natürlich nicht arbeiten“, sagt er und lacht. Gerd-Jan begann mit der Reinigung der Tunnel, lernte aber bald fast alle Abteilungen kennen. Er fuhr die Schaufel, half an der Paketlinie für den Export und arbeitete in der Logistikabteilung.
Während seines ersten Studienjahres machte Gerd-Jan seinen LKW-Führerschein und war danach viel unterwegs, um Kunden zu besuchen. Er sammelte auch Erfahrungen im Büro, unter anderem in der Planungsabteilung: „Da kam mir meine Erfahrung in der Produktion und auf dem LKW sehr gelegen. Es fühlte sich an, als ob alle Teile des Puzzles plötzlich zusammenfielen.“
Eine bewusste Entscheidung nach dem Studium
Nach dem Studium der Organisations- und Managementlehre stand die Wahl für das Familienunternehmen weit offen. Gerd-Jan wollte zunächst Erfahrungen außerhalb der Branche sammeln und arbeitete daher während seines Masterstudiums bei ASML. „Eine sehr schöne Zeit“, blickt er zurück. „Aber es juckte mich immer wieder, zu Hause zu arbeiten. Am Ende dieser Zeit habe ich meinen Eltern gesagt: ‚Nächste Woche fange ich an.‘ Damit war der Bewerbungsprozess abgeschlossen.“
Jetzt, zwei Jahre später, fühlt er sich mehr als zu Hause. „Ich möchte alle Teile der Organisation wirklich gut kennen lernen. Die Jahre der Ferienarbeit haben mir dabei sehr geholfen, man versteht die Dinge schneller. Aber ich lerne immer noch jeden Tag dazu. Sowohl von Menschen innerhalb unserer Organisation, in der Branche oder außerhalb. Das motiviert mich.“
Lernen von Kollegen und Züchtern
Neben der Arbeit innerhalb der Organisation ist Gerd-Jan viel unterwegs. „Ich besuche Züchter, treffe Lieferanten und bin in verschiedenen Studienclubs aktiv. Ich möchte den Sektor so gut wie möglich kennen lernen.“ Damit tritt er eindeutig in die Fußstapfen seines Vaters Jan, der seinerzeit das Handwerk der Substratherstellung auf die gleiche Weise beherrschte: durch Beobachten, Fragen und vor allem durch das Sammeln von Erfahrungen.
Die Frage, die jeder stellt
Und dann die große Frage: Wird Gerd-Jan der zukünftige Nachfolger des Familienunternehmens sein? Darüber muss er nicht lange nachdenken: „Ich habe eine enorme Energie in dieser Sache. Ich freue mich wirklich darauf und möchte das Unternehmen weiter entwickeln. Also ja, ich kann es mir durchaus vorstellen.“
